Warum verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Menschen rapide, während Naturkatastrophen immer ungewöhnlicher werden? Forscher haben eine gemeinsame Ursache für diese alarmierenden Veränderungen identifiziert. Was genau haben sie herausgefunden? Lesen Sie mehr dazu im wöchentlichen Klimabericht für den Zeitraum vom 3. bis 9. Dezember 2025.
In der Nacht zum 3. Dezember wurde die vietnamesische Provinz Lam Dong von heftigen Regenfällen heimgesucht. Am Morgen des folgenden Tages stieg der Wasserstand in Flüssen und Stauseen rapide an.

Heftige Regenfälle verursachten großflächige Überschwemmungen in der Provinz Lam Dong, Vietnam
Am 4. Dezember erreichte der Wasserstand des Flusses Cam Ly in der Nähe der hydrologischen Station Thanh Binh 834,36 Meter über dem Meeresspiegel und übertraf damit den historischen Höchststand von 2019 – 834 Meter.
Aus Sicherheitsgründen wurden die Schleusentore des Stausees umgehend geöffnet. In Long Song erreichte die abgelassene Wassermenge einen Rekordwert von 1.200 m³/s. Die Kombination aus plötzlichen Wasserabgaben und sintflutartigen Regenfällen erzeugte eine gewaltige hydraulische Welle, die die Bewohner des östlichen Lam Dong völlig überraschte.
Mehr als 1.000 Familien wurden in aller Eile evakuiert. Die Polizei rettete sechs Vermesser, die am Ka-Pet-Stausee Projektarbeiten durchgeführt hatten. Sie wurden mithilfe von Seilen durch die reißenden Fluten geführt.
Innerhalb weniger Stunden überschwemmten die reißenden Wassermassen mehr als 6.200 Häuser und verwandelten die Straßen in schlammige Flüsse. In einigen Gebieten stieg der Wasserstand auf 2,5 Meter.
In der Region ereigneten sich 16 Erdrutsche, und der Verkehr auf vielen Abschnitten der Nationalstraße wurde zeitweise eingestellt. Entlang der Küste rissen die Wassermassen über 250 Boote und Fischerboote von ihren Ankern und trieben sie aufs Meer hinaus.
Agrarflächen und Fischzuchtteiche wurden schwer beschädigt: Mehr als 4.000 Hektar Ackerland wurden überflutet, und 300 Quadratmeter Teichfläche wurden in Mitleidenschaft gezogen. Rund 4.000 Nutztiere und Geflügel verendeten.

Eine plötzliche Überschwemmung zwang die Bewohner der Provinz Lam Dong in Vietnam zur überstürzten Evakuierung ihrer Häuser
Tragischerweise forderte die Katastrophe zwei Menschenleben.
Unterdessen kam es am 4. Dezember in der benachbarten Provinz Khanh Hoa zu schweren Überschwemmungen im Bezirk Nha Trang. Hunderte Familien mussten innerhalb eines Monats bereits zum vierten Mal ihre Häuser verlassen und vor einer weiteren Flut fliehen.
Am 7. Dezember wurde die türkische Provinz Antalya von heftigen Regenfällen mit Hagel heimgesucht. Im Bezirk Demre wurden Gewächshäuser von den Wassermassen überflutet, und zwei in einem Auto eingeschlossene Personen wurden von Rettungskräften evakuiert.

Folgen der starken Regenfälle in der Türkei: Überflutete Straßen und Fahrzeuge in der Provinz Antalya
In der Region Alanya fiel innerhalb kurzer Zeit die durchschnittliche Monatsniederschlagsmenge von 150 mm.
Aufgrund des Starkregens blieben Autos auf den Straßen stecken, einige Geschäfte und Büros wurden überflutet, und an einer Stelle stürzte eine Stützmauer ein. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.
Die Feuerwehr rettete acht Menschen aus einem Fahrzeug, das in einer überfluteten Unterführung eingeschlossen war.
Am Strand von Galip Dere spülte das Meer große Mengen an Müll an.
Im Viertel Incekum ergoss sich ein über die Ufer getretener Bach ins Meer und zerstörte beinahe ein Café eines Fünf-Sterne-Hotels. Möbel und Einrichtungsgegenstände wurden am Ufer verstreut.
Auch Istanbul war von heftigen Regenfällen betroffen. Der Verkehr in den Straßen und Alleen der Megacity war massiv beeinträchtigt. Aufgrund eines undichten Daches der Bosporus-Universität – einer der renommiertesten Hochschulen des Landes – drang Wasser durch alle fünf Stockwerke und überflutete das Kellergeschoss.
Ab dem 8. Dezember ging der sintflutartige Regen in einigen Gebieten in den Schneefall über.

In der Türkei wich der Regen Schneestürmen. Die Straßenreinigungsdienste sind im Einsatz
In drei Provinzen der ostanatolischen Region – Van, Hakkari und Muş – wurden aufgrund starker Schneefälle 62 Straßen gesperrt.
Am 3. Dezember traf ein starker Zyklon aus dem Ochotskischen Meer Kamtschatka und legte die Region für mehrere Tage lahm.
Starke Windböen – örtlich bis zu 46 m/s – rissen Fassadenverkleidungen und Dächer von Gebäuden. Im Dorf Lesnaya wurden Wohnhäuser, Bildungs- und Verwaltungsgebäude sowie ein Dieselkraftwerk beschädigt. Im Dorf Ivashka stürzte der Sturm einen Strommast um, wodurch die Bewohner ohne Strom und Heizung waren.
An der Ostküste der Halbinsel wurden Wellenhöhen von bis zu 9 Metern gemessen. Im Dorf Korf wurden Start- und Landebahn sowie die Flughafeninfrastruktur durch eine Sturmflut überschwemmt.
Auf der Autobahn Petropawlowsk–Kamtschatski–Milkowo kam es aufgrund des Unwetters und der Nullsicht zu einem Verkehrschaos.
Die Schulen blieben mehrere Tage geschlossen.
Die größte Anomalie war die „Überschwemmung“ im Dezember: Aufgrund der Temperaturen über dem Gefrierpunkt schmolz der Schnee schnell und verwandelte, zusammen mit dem Regen, die Straßen der Regionalhauptstadt in riesige Wasserflächen.
Die Hauseingänge waren so stark überflutet, dass die Menschen sie nur mit Gummistiefeln verlassen konnten. Auf den Straßen versanken Dutzende Autos in neu entstandenen Seen.

Folgen des ungewöhnlichen Wetters auf Kamtschatka: Aufgrund des Tauwetters wurden die Straßen von Petropawlowsk-Kamtschatski überflutet
Am 9. Dezember erlebten die Einwohner von Petropawlowsk-Kamtschatski dann eine weitere Natur Anomalie – ein Gewitter mit Schneefall.
Am 6. Dezember um 11:41 Uhr Ortszeit ereignete sich unter dem Hubbard-Gletscher in Kanada ein starkes Erdbeben der Magnitude 7,0. Das Epizentrum lag etwa 90 km nordöstlich von Yakutat, Alaska, USA und 250 km westlich von Whitehorse, Yukon-Territorium, Kanada. Es befand sich in einer Tiefe von nur 10 km.
Die Erschütterungen waren Hunderte Kilometer vom Epizentrum entfernt spürbar: in Städten im Südosten Alaskas, darunter Juneau und Anchorage, sowie im kanadischen Yukon. Trotz der Stärke des Bebens wurde keine Tsunami Warnung ausgegeben, und es gab keine Berichte über schwere Schäden oder Opfer.
Unmittelbar nach dem Erdbeben setzte eine intensive Nachbebenserie ein. Innerhalb von vier Tagen wurden mindestens 230 Beben mit einer Magnitude von 3,0 und höher registriert, darunter fünf starke Nachbeben mit Magnituden bis zu 5,8.
Ein weiteres starkes Erdbeben der Magnitude 7,6 ereignete sich am Abend des 8. Dezember um 23:15 Uhr Ortszeit, etwa 80 km vor der Ostküste der Präfektur Aomori in Japan. Das Epizentrum lag in einer Tiefe von 50 km. Die stärksten Erschütterungen wurden in der Stadt Hachinohe registriert.
Das Erdbeben löste einen Tsunami aus. Im Hafen von Kuji in der Präfektur Iwate wurden Wellen von bis zu 70 cm Höhe gemessen, in Urakawa in der Präfektur Hokkaido erreichten die Wellen sogar 50 cm. Auch in der Präfektur Aomori waren die Folgen gravierend. Im Hafen von Hachinohe kam es zu Bodenverflüssigung: Aus Rissen im Boden eines Parkplatzes ergossen sich Fontänen aus Sand und Wasser.

In Japan kam es nach einem starken Erdbeben zu Bodenverflüssigung: Sand und Wasser traten aus Rissen auf dem Parkplatz des Hafens von Hachinohe aus
In einem städtischen Krankenhaus wurden drei Stockwerke durch die Auslösung der Feuerlöschanlage überflutet. Hunderte Haushalte in den Städten Shichinohe und Mutsu waren ohne Wasser- und Stromversorgung.
45 Schulen wurden beschädigt, und der Unterricht in 318 Bildungseinrichtungen fiel aus.
Insgesamt wurden in den Präfekturen Aomori, Iwate und Hokkaido 50 Menschen verletzt. Die meisten erlitten Verletzungen durch Stürze oder herabfallende Gegenstände.
Das Verkehrsnetz der Region war lahmgelegt: Der Betrieb der Hochgeschwindigkeitsstrecke Tohoku-Shinkansen zwischen Fukushima und Shin-Aomori wurde eingestellt, drei Züge blieben auf den Gleisen stehen. Auch der U-Bahnverkehr auf einigen Linien, unter anderem in Sapporo, wurde unterbrochen. Autobahnen in Hokkaido sowie der Fährverkehr über die Tsugaru-Straße wurden vorübergehend gesperrt.
Rund 200 Passagiere mussten die Nacht im Terminal des Flughafens Chitose, dem größten Flughafen der Präfektur Hokkaido, verbringen.
Auch kritische Infrastrukturen waren gefährdet: Im Wärmekraftwerk Tomato-Atsuma in der Präfektur Hokkaido schaltete sich ein Kraftwerksblock automatisch ab.
Im Dorf Rokkasho in der Präfektur Aomori traten in einer Anlage zur Aufbereitung radioaktiver Abfälle etwa 650 Liter Wasser mit radioaktiven Stoffen aus einem Abklingbecken für abgebrannte Brennelemente aus. Das Leck konnte eingedämmt werden.
In den zwei Tagen nach dem Hauptbeben der Stärke 7,6 wurden mindestens sieben starke Nachbeben mit Magnituden bis zu 6,6 registriert.

Nach dem schweren Erdbeben in Japan wurden zahlreiche Nachbeben registriert
Ab dem 3. Dezember wurde Süditalien von heftigen Regenfällen heimgesucht.
Für die Regionen Apulien, Basilikata und Kalabrien wurde eine Wetterwarnung der Stufe Orange ausgegeben.
Die größten Schäden wurden in der Hafenstadt Crotone in Kalabrien verzeichnet: Innerhalb von nur zwei Stunden fielen 100 mm Regen, was die monatliche Norm der Niederschläge übertraf. Dies führte zu katastrophalen Überschwemmungen. Feuerwehr und Rettungsdienste evakuierten die ganze Nacht über Menschen aus überfluteten Fahrzeugen.
In Bari, der Hauptstadt Apuliens, zerstörten heftige Regenfälle und starke Winde eine architektonische Installation, die Nachbildung einer antiken Basilika. Diese Basilika stand einst an diesem Ort und bewahrte die Erinnerung an die frühesten Siedlungen der Stadt.

In Bari, Italien, zerstörte der Sturm eine architektonische Installation, die die Form einer antiken Basilika nachbildete
Die Anlage befand sich noch im Aufbau, und die unvollständig verbundenen Bauteile konnten der Wucht des Sturms nicht standhalten. Glücklicherweise wurde beim Einsturz niemand verletzt.
Anfang Dezember geriet der Nordirak ins Epizentrum eines extrem heftigen Sturms.
In der Nacht zum 9. Dezember zogen sintflutartige Regenfälle über die Region Chamchamal und die umliegenden Gebiete in der Provinz Sulaimaniyya.
Innerhalb von 24 Stunden fielen in der Region unglaubliche 81,2 mm Regen, wodurch die örtliche Entwässerung überlastet wurde. Häuser und Geschäfte wurden überflutet, Straßen verwandelten sich in reißende Ströme. Die Hauptstraße zwischen Sulaimaniyya und Chamchamal war unpassierbar.
Dutzende Fahrzeuge wurden von den Fluten mitgerissen. Strom- und Internetversorgung fielen zeitweise aus, während Rettungskräfte rund um die Uhr im Einsatz waren, um den Betroffenen zu helfen.

Folgen der heftigen Regenfälle in der irakischen Provinz Sulaimaniyya: Ein Auto wurde von einer überfluteten Straße weggespült
Bei der Katastrophe kamen zwei Menschen ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt.
Die Behörden riefen den Notstand aus und richteten Notunterkünfte für die evakuierten Bewohner ein.
Dieser Sturm zählt zu den verheerendsten der letzten Jahre in der Region.
Am 8. und 9. Dezember wurde der Westen Saudi-Arabiens ebenfalls von einem verheerenden Sturm heimgesucht. Er brachte schwere Gewitter, stürmische Winde und plötzliche Überschwemmungen mit sich.
Die Bezirke Mekka und Medina waren besonders stark betroffen.
In Dschidda fiel innerhalb von fünf Stunden eine Rekord Niederschlagsmenge von bis zu 135 mm, was die durchschnittliche Norm für Dezember um mehr als das Elffache übertraf (Die durchschnittliche monatliche Niederschlagsmenge im Dezember beträgt 12 mm) und fast dem zweifachen Jahresniederschlagsdurchschnitt entspricht (der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt 71 mm).

Überschwemmungen nach ungewöhnlichen Regenfällen in Jeddah, Mekka-Distrikt, Saudi-Arabien
Aufgrund der sich verschlechternden Wetterbedingungen fiel der Schulunterricht aus.
Auch in Medina kam es zu Überschwemmungen: Infrastruktur wurde beschädigt, der Straßenverkehr war beeinträchtigt und wichtige Veranstaltungen mussten abgesagt werden.
Einsatzkräfte des Zivilschutzes retteten fünf Personen, nachdem ein Fahrzeug von den Fluten mitgerissen worden war.
Diese extremen Wetterbedingungen entstanden durch das Aufeinandertreffen kalter Luftmassen mit heißer Wüstenluft – eine Kombination, die bis vor Kurzem als äußerst selten galt, sich aber nun zu einer neuen und beängstigenden Norm entwickelt.
Außergewöhnliche Niederschlagsmengen, riesige Hagelkörner, heftige und ungewöhnliche Gewitter – diese und andere Klimaanomalien werden durch Ursachen hervorgerufen, die in unserer Zeit bedrohliche Ausmaße angenommen haben. Eine dieser Ursachen haben wir sogar selbst geschaffen, auch wenn wir das Ausmaß ihrer Folgen zunächst nicht erkannten.
Die Rede ist von Mikro- und Nanoplastik – winzigen Partikeln, die viel dünner als ein menschliches Haar und oft mit bloßem Auge unsichtbar sind. Sie sind bereits überall vorhanden: in der Atmosphäre, den Ozeanen, dem Boden und, am besorgniserregendsten, im menschlichen Körper.
Um die Risiken zu verstehen, denen wir heute gegenüberstehen, ist es unerlässlich zu begreifen, wie sich Mikroplastik verhält, von molekularen Wechselwirkungen bis hin zu seinen Auswirkungen auf ganze Ökosysteme.
Bekanntlich hat sich der Ozean in den letzten Jahrzehnten rapide erwärmt, was zu verstärkter Verdunstung und gestörter atmosphärischer Zirkulation geführt hat. Temperatur und Luftfeuchtigkeit steigen. Gleichzeitig wirken elektrostatisch geladene Nanoplastikpartikel als hochwirksame Kondensationskerne. Das bedeutet, dass Wassertropfen in geringeren Höhen und bei höheren Temperaturen – 4–10 °C über dem Normalwert – gefrieren können. Diese Verschiebung beschleunigt die Wolkenbildung und schafft Bedingungen für extreme Wetterereignisse: großen Hagel, Starkregen, ungewöhnliche Blitze und Störungen des Wasserkreislaufs.
Wir haben heute einen kritischen Punkt erreicht: Die Klimakrise lässt sich nicht mehr lösen, ohne gleichzeitig das Problem der Plastikverschmutzung anzugehen. Diese beiden Prozesse sind eng miteinander verknüpft und verstärken sich gegenseitig. Mikroplastik beeinträchtigt zudem nicht nur die Atmosphäre. Neue Daten deuten darauf hin, dass es die geodynamische Krise verschärft und den natürlichen Mechanismus der Wärmeabgabe aus dem Erdinneren stört.
Die Wissenschaft hat eindeutig und unmissverständlich gezeigt, wie zerstörerisch Mikro- und Nanoplastik ist. Ihre Auswirkungen schädigen Zellen, Organe und Organsysteme und beeinträchtigen nicht nur das Klima, sondern auch die menschliche Gesundheit. Wir haben nur einen Planeten – leider einen mit Plastik verseuchten – und es gibt kein Entkommen.
Daher ist weiteres Zögern nicht länger möglich, denn es geht um unser Überleben.
Dies ist kein rein wissenschaftliches Problem mehr: Die Wissenschaft hat bereits alles gezeigt, was sie zeigen musste.
Wir können unzählige Studien durchführen, und die Wissenschaft tut ihr Möglichstes, doch solange die breite Öffentlichkeit diese Warnung nicht vernimmt, wird sich nichts ändern.
Nur gemeinsam können wir diese Herausforderung meistern und das Wertvollste bewahren, was wir haben – das Leben selbst.
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